Momlife

Quarantäne-Tagebuch in elf Akten

4. Februar 2022

Vor Omikron scheint niemand mehr sicher zu sein. Zwei Jahre sind wir Corona erfolgreich aus dem Weg gegangen – bis es uns im Januar schließlich doch erwischte. Mein Mann und ich: beide positiv. Die Kinder: beide negativ. Was folgte, waren zehn Tage Isolation (und für die Kinder Quarantäne). Alle zusammen zu Hause. Hallelujah! Wie das so war? Lest ihr hier. Mein Quarantäne-Tagebuch in elf Akten.

Tag 1

„Ich hab ein Kratzen im Hals“, sagt mein Mann zu mir. „Ich auch“, entgegne ich. Es ist Sonntagabend, die Kinder schlafen endlich. Ich bin fix und alle vom Wochenende. Es war anstrengend. Das Baby zahnt und steckt mitten im Acht-Monats-Schub, der Dreijährige hat einen Wutanfall nach dem nächsten bekommen, wir hatten viel zu viel auf dem Zettel. Ich fühle mich schlapp, habe Schnupfen und will nur noch ins Bett. „Lass uns einen Test machen“, murmele ich, während ich meiner allabendlichen Lieblingsbeschäftigung nachgehe: das Chaos unseres Sohnes beseitigen. Und schwupps: Der Test meines Mannes färbt sich sofort positiv, meiner ist negativ. Mein Mann wiederholt seinen – wieder positiv. Ich schreibe in unsere Familien-WhatsApp-Gruppe, denn meine Schwester und Familie haben es auch gerade. Meine Eltern rufen sofort an, alle sind besorgt.

Tag 2

Der nächste Tag beginnt mit einem Wutanfall. Unser Sohn will keinen Coronatest machen und schreit das Haus zusammen. Und überhaupt will er raus und nicht zu Hause bleiben. Stimmung top. Das kann ja heiter werden. Schließlich lässt sich unser Sohn breit schlagen: Sein Test ist negativ, meiner zeigt eine schwache zweite Linie an. Der Test meines Mannes wieder positiv. Mein Mann und ich machen PCR-Tests. Die Ergebnisse: beide positiv. Unsere Kinder sind weiterhin negativ. Nachmittags kommen die Kopfschmerzen. Ich fühle mich, als hätte mir einer eine Bratpfanne über den Kopf gezogen und bin total schlapp. Ich lege mich mit unserer Tochter ins Bett und schlafe fast zwei Stunden. Anschließend geht es mir etwas besser. Ich schaffe es, mit meinem Sohn Duplo zu spielen, mit ihm zu puzzeln und etwas zu essen zu kochen. Insgesamt bin ich aber viel zu müde und schlecht gelaunt. Ich hab keine Ahnung, wie ich die nächsten zehn Tage überstehen soll. Mein Mann hat die ganze Woche zig Videokonferenzen, Calls und Prüfungswoche mit seinen Student:innen. Ich frotzle ihn an, aber er kann ja auch nichts dafür. Der Tag endet, in dem ich das Fläschchen meiner Tochter nicht richtig verschließe und sich die gesamte Milch im Bett über sie ergießt. Also komplett neu anziehen, Bett neu beziehen, Kind ist wieder aufgedreht. Gegen halb neun schlafen endlich beide Kinder. Mein Mann und ich bestellen Pho beim Asiaten, die sehr gut tut. Ich sehne mich nach einem Abend gemütlich zu zweit auf dem Sofa. Bin aber viel zu ausgeknockt und will nur noch ins Bett. Eine liebe Freundin rät mir, einen Plan für jeden Tag zu erstellen und schickt mir super viele Beschäftigungsideen. Eigentlich bin ich müde. Aber ich erinnere mich, dass solch ein Plan auch im allerersten Lockdown (kommt mir wie eine Ewigkeit vor, war aber dieselbe Pandemie, Leute) funktioniert hat. Also setze ich mich noch schnell hin und schreibe was runter.

Tag 3

Erster guter Tag in Quarantäne. Meinem Mann und mir geht’s viel besser. Und mein Plan wirkt Wunder. Wir frühstücken, anschließend baut Jonah Ava Rasseln mit Plastikflasche und Linsennudeln (Punkt 1 auf dem Plan). Er ist im Spieltrieb, „kocht“ gleich noch eine Suppe in seiner Spielküche, und ich kann etwas klar Schiff machen. Danach gehen wir ins Wohnzimmer und bauen Duplo (Punkt 2). Während ich Ava hinlege, darf Jonah eine Folge „Bibi und Tina“ gucken (Punkt 3). Dann „essen“ wir Jonahs selbstgekochte Suppe, er macht noch „Apfelschorle“ selber (aus Wasser und Babyseife). Danach kochen wir richtige Suppe: Kartoffel-Möhren-Suppe (Punkt 4). Ava bekommt Brei. Alles läuft gut – bis Ava den Brei, den ich ausnahmsweise in einer Porzellanschale serviert habe, vom Tisch fegt und sich überall in der Küche grüne Zucchini-Spritzer und Scherben verteilen. Egal, weiter geht’s. Mein Mann beseitigt das Chaos, wir puzzlen und spielen Quetschie verstecken (Punkt 5 + 6). Nachmittags lege ich Ava wieder hin und mich daneben. Der Papa übernimmt. Und ich kann noch eine Stunde schlafen. Abends backe ich Pfannkuchen für Jonah, die er super gerne mag. Er putzt noch mit mir die Küche, dann ist Kika-Zeit mit Papa und ich bringe Ava ins Bett. Als ich wieder komme, möchte Jonah auch von mir ins Bett gebracht werden. Um halb neun schläft er endlich. Anschließend Küche aufräumen und endlich Sofa. Ich schreibe mit ein paar Freundinnen. Dann gucken wir zu zweit gemütlich eine Folge „And just like that“. Ich mache noch etwas Orga-Kram und gehe ins Bett.

Tag 4

Ich habe ganz gut geschlafen – immerhin bis halb neun. Jonah möchte den Geburtstag seiner Kuscheltiere feiern und ein Geschenk einpacken, bekommt aber einen Wutanfall, weil das Geschenkpapier beim Einpacken zerreißt. „Es soll wieder gestern sein“, sagt er und ich nehme ihn vor Rührung in den Arm. Er macht das großartig unser kleiner Großer. Er sagt: „Gerade war ich nicht fröhlich“. Ich erkläre ihm, wie schwer die Situation gerade für uns alle ist und wie toll er das mitmacht. Wie sehr ich ihn liebe und was für eine große Hilfe er mir ist. Er sagt: „Ich bin aber nicht groß. Ich bin klein.“ Wieder quillt mein Mama-Herz über. Und dann sagt er: „Jetzt bin ich wieder fröhlich.“ Wir machen eine Bestellung bei Gorillas, Jonah darf sich Vanillepudding und Schokolade wünschen. Als die Tüte vor der Tür abgestellt wird und er hineinschaut, flippt er aus vor Freude. Mein Mann ist von 10 bis 17 Uhr in der Online-Vorlesung, weil seine Student:innen Präsentationen haben. Also muss ich bei der Kinderbetreuung ran. Ich habe ein Stechen im Brustkorb und entwickle leichten Husten. Wir frühstücken, danach bauen wir Duplo: Zoo und Waschanlage. Ich telefoniere mit meinen Eltern, schreibe mit meiner Schwester und lege die Kleine hin, mein Sohn darf in der Zeit etwas gucken. Als Ava wieder wach ist, gibt es Brei und für den Großen Milchreis. Jonah ist gut drauf, malt eine Geburtstagskrone für sein Kuschelschaf, spielt Polizei, versteckt Sachen und spielt mit seinen Bussen. Ich nutze die gute Stimmung und lege eine Wellness-Stunde ein. Mit Kids, versteht sich. Haare über der Badewanne waschen, Haarmaske einwirken lassen, Gesichtsmaske auflegen, Erkältungsbad nehmen, währenddessen das Baby in der Wippe bespaßen und mir Geschichten vom Großen anhören, anschließend Haarmaske ausspülen, eincremen, etwas Frisches anziehen. Puh, geschafft. Ich fühle mich tatsächlich ein kleines bisschen besser.

Gut gelaunt gebe ich dem Baby ein Stück zuckerfreien Pfannkuchen. An dem es sich verschluckt und ihn mit einem Riesenschwall Milch wieder auskotzt. Über mich und meine frisch angezogenen Klamotten.

Mein Mann ist fertig mit Arbeiten. Ich übergebe ihm die Kids, lege mich für eine Stunde hin und schlafe sofort ein. Als ich aufwache, ist es 18 Uhr. Jonah hat ein „Picknick“ für uns vorbereitet. Anschließend lese ich ihm noch drei Peppa-Wutz-Geschichten vor. Mein Mann bringt ihn ins Bett. Ich räume noch kurz auf, schicke meinen Eltern eine Einkaufsliste, weil sie morgen für uns einkaufen wollen – und falle aufs Sofa. Dort gucken wir noch eine Folge einer Serie. Ich schaffe es erst um Mitternacht ins Bett, weil ich einfach mal kinderfreie Zeit auf dem Sofa genießen will. Morgen muss ich dringend früher ins Bett.

Die Kinder haben endgültig das Wohnzimmer übernommen.

Tag 5

Jonah wacht gut gelaunt auf. Natürlich muss wieder der Geburtstag von seinem Kuschelschaf Emma gefeiert werden – wie jeden Tag in der Quarantäne. Wir singen „Happy Birthday“ und „essen Kuchen“ (aus Feuchttüchern). Danach gibt’s Frühstück. Wir machen einen gesunden Saft aus Mohrrüben, Äpfeln, Zitrone und Leinöl. Mein Mann hat wieder Vorlesungen von 10 bis 17 Uhr. Wir bauen Duplo, lesen Bücher und verwüsten fröhlich das Wohnzimmer. Mittags gibt’s Brei (Baby), Bowl (ich) und Milchreis (Kind). Dann tuscht und stempelt mein Sohn fröhlich vor sich hin. Das Baby schläft eineinhalb Stunden. In der Zeit baue ich Jonah einen Bewegungsparkour (ebenfalls Tipp meiner Freundin) und er rennt wie ein Irrer hin und her, springt über die Hindernisse und freut sich des Lebens. Mein Herz geht auf. Als Ava wach ist, spielen wir noch zusammen im Wohnzimmer. Meine Mutter stellt uns drei große, volle Einkaufstüten vor die Tür. Die Freude ist groß. Anschließend „hilft“ mir mein Sohn mit der Wäsche und knetet, während ich die Einkäufe einräume. Als der Papa fertig ist, übergebe ich ihm die Kinder und lege mich hin. Hatte ich vormittags noch Brustschmerzen, geht es mir jetzt viel besser. Wenn das so bleiben sollte, haben wir großes Glück gehabt! Ich bin heilfroh, dass wir schon geboostert waren. Abends bestellen wir Pizza. Mein Sohn besteht wieder drauf, dass ich ihn ins Bett bringe, aber mein Mann wiegelt liebenswerterweise ab und übernimmt das Abendprogramm. Höhepunkt des Tages: Mein Sohn sagt zum Abschied: „Riech dich mal“ und möchte mir so unverblümt mitteilen, dass ich mal wieder duschen sollte. Ich backe aus den Resten des Safttresters noch Pizza-Cracker. Dann nehme ich mir den Ratschlag meines Sohnes zu Herzen und dusche lange. Mein Mann arbeitet abends noch etwas, er muss am nächsten Tag eine Klausur schreiben lassen. Ich habe einen neuen Auftrag bekommen und fange an zu schreiben, bekomme aber kaum etwas auf die Kette. Um halb zehn will ich eigentlich ins Bett gehen, doch da überredet mich mein Mann noch zwei Folgen unserer Serie zu gucken. Um 23:00 Uhr gehe ich schließlich ins Bett, schlafe aber erst weit nach Mitternacht ein.

Tag 6

Die Corona-Tests unserer Kinder sind weiterhin negativ. Wir frühstücken, ich räume etwas auf und lege das Baby wieder schlafen. Dann bauen mein Sohn und ich ein Duplo-Haus und sortieren seine Bücherkiste neu. Mittags mache ich Ava Brei und lege sie gleich wieder hin. Da so schönes Wetter ist, setzen Jonah und ich uns auf den Balkon. Ich lese etwas, er spielt mit seinem Stock, macht Seifenblasen und ruft fröhlich: „Wir haben hier oben alle Corona!“ Wir gehen in die Badewanne. Mein Mann ist fertig und bespaßt so lange das Baby. Danach darf er sich eine Stunde hinlegen. Ich spiele so lange mit meinem Sohn Fische Angeln und lese Bücher vor. Dann ziehe ich mich zurück, um etwas zu arbeiten. Abends bestellen wir wieder Pho vom Vietnamesen. Mein Mann bringt Jonah ins Bett, obwohl ich dran gewesen wäre. Aber für heute kann Muddi nicht mehr. Wir schauen noch unsere Serie, bekommen uns wegen irgendeiner Nichtigkeit in die Haare und gehen beleidigt ins Bett.

Tag 7

Ich hab geschlafen wie ein Stein. Das hatte zwei Gründe: Zum einen war ich früh im Bett, zum anderen hat meine Tochter endlich mal herrlich durch geschlummert. Was guter Schlaf alles bewirken kann! Als ich um neun aufwache, fühle ich mich zum ersten Mal seit langem gut. Mein Sohn kommt rein, ebenfalls gut gelaunt. Der Mann folgt – ebenfalls wohl gestimmt – und bringt mir einen Kaffee ans Bett. Zur Belohnung darf er auf dem Sofa lesen, während ich mit den Kids Frühstück mache. Nach dem Frühstück setze ich mich hin und arbeite. Mein Mann bespaßt die Kinder und baut mit unserem Sohn eine Kommode auf, die wir vor der Infektion noch bei Ikea gekauft hatten. Ich lege zwischendurch die Kleine hin, dann arbeite ich weiter. Nachmittags machen wir alle zusammen Kaffeeklatsch mit Ikea-TK-Torte, die wir noch im Gefrierfach hatten. Jonah knetet, wir telefonieren mit einem Freund, der Geburtstag hat und bekommen Überraschungspost von Johanna: Hamburg-Wimmelbuch und Sticker-Album für Jonah zur Beschäftigung. So süß! Danach kuschele ich mich mit den Kindern aufs Sofa und wir schauen den Film „Die Schnecke und der Buckelwal“, den uns eine Freundin empfohlen hat. So ein entzückender Film! Danach gibt’s Abendessen, und ich bringe die Kinder ins Bett. 21 Uhr: Treffpunkt Sofa! Abends kann ich nicht einschlafen, obwohl ich todmüde. Sind Schlafstörungen auch ein Corona-Symptom?!

Tag 8

Ich habe beschissen geschlafen. Um halb acht ist Ava wach, um viertel vor acht kommt Jonah rein marschiert. Ich bitte Markus, noch eine Stunde schlafen zu dürfen. Bis 9:15 döse ich, dann gebe ich auf. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Aber es hat trotzdem ganz gut getan, eineinhalb Stunden allein im Bett zu liegen. Habe sogar noch heimlich zwei Zeitschriften durchgeblättert! Ich dusche ausgiebig und wasche mir die Haare. Dann frühstücken wir alle zusammen, anschließend darf sich mein Mann hinlegen. Ich baue mit Jonah Duplo, räume die neue Kommode ein und backe mit ihm Waffeln. Markus übernimmt und ich arbeite eineinhalb Stunden, telefoniere mit meinen Eltern und schreibe mit meiner Schwester. Nach dem Kaffeeklatsch (eine schöne neue Tradition!) lege ich mich gemeinsam mit Ava eine Stunde hin. Sie schläft, ich nicht. Unser Sohn wünscht sich, dass wir alle vier zusammen „Die Schnecke und der Buckelwal“ gucken. Wir spielen Kino, dimmen das Licht, Markus öffnet den „Kinovorhang“ (Sofadecke) und es geht los. So gemütlich und schön! Dann kochen und essen wir zusammen. Anschließend Kika, Kinder ins Bett, aufräumen. Dann Sofa!

Tag 9

Pure Euphorie! Wir machen morgens alle vier einen Schnelltest – und er ist bei allen negativ. Wir frühstücken. Markus hat eine Telko, ich baue mit Jonah Duplo und lege Ava zwischendurch hin. Für 13 Uhr haben wir Termine im Testzentrum gebucht, um uns offiziell freizutesten. Freudestrahlend gehen wir hin und atmen die frische Luft draußen tief ein und aus. Ergebnis? Die Kinder sind nach wie vor negativ, Markus und ich noch positiv. Zwei Tage müssen wir also noch zu Hause bleiben. Dann endet die Isolation automatisch nach zehn Tagen. Ich bin etwas ernüchtert, andererseits habe ich die gemütlichen Tage zu Hause irgendwie schon lieb gewonnen. Also ab nach Hause. Wir machen Lesestunde und Kaffeeklatsch, dann übernimmt Markus die Kinder. Ich arbeite am Schreibtisch, er schraubt mit Jonah im Wohnzimmer Lautsprecherboxen an die Wand und spielt mit den Kindern. Ava fällt um 18:30 Uhr in einen komatösen Schlaf. Sie kommt tagsüber nicht groß zum Schlafen, wirkt ziemlich reizüberflutet. Jonah isst Nudeln, und ich bringe ihn ins Bett. Abends arbeiten wir beide noch.

Tag 10

Letzter Tag in Isolation! Wobei, wenn ich mir das Wetter draußen so anschaue, ist es eigentlich auch egal, dass wir nicht raus dürfen. Drinnen ist es eh viel gemütlicher. Morgens übernehme ich die Kinder und frühstücke mit ihnen. Dann fliegender Wechsel mit meinem Mann, so dass ich arbeiten kann. Jonah ist on fire. Spielt 1000 verschiedene Rollenspiele (Schnecke, ICE, Bauarbeiter, Öl-Wechsler) und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Ava – leicht reizüberflutet, im Schub und zahnend – eher auf Krawall gebürstet. Nachmittags machen wir wieder Jonahs heißgeliebten Bewegungsparkour, dann spielt er mit Papa Baustelle. Ich schreibe mit Freundinnen, dann backen wir Pfannkuchen. Ava schläft um sieben, Markus bringt Jonah ins Bett. Feierabend und Sofaprogramm! Und High Five an uns! Ich bin richtig stolz, wie toll wir es im Endeffekt doch gemeistert haben.

Tag 11

Wir sind negativ getestet. Hallo Welt!

Fazit

Ich weiß natürlich, dass wir irres Glück gehabt haben. Wir hatten relativ milde Symptome, was sicherlich auch dem Booster zu verdanken war. So konnten wir uns viel mit unseren Kindern beschäftigen und ihnen die Situation so erträglich wie möglich machen. Natürlich geht das nicht, wenn einen das Virus komplett ausknockt. Und ich bin mehr als dankbar, dass wir die Kinder nicht angesteckt haben. Denn dass wir uns vor den Kindern isolieren, wäre natürlich nicht möglich gewesen, da wir ja beide positiv waren. Ich habe in der Isolation tatsächlich gelernt, Chaos auszuhalten. Bin ich sonst ein sehr ordentlicher Mensch, der Ordnung und Struktur braucht, um überhaupt klar denken zu können, habe ich dieses Mal akzeptiert, dass es nun anders laufen muss. Ich habe abends das größte Chaos beseitigt, und mir sonst immer mantra-artig gesagt: „Morgen ist auch noch ein Tag. Wir haben alle Zeit der Welt.“

Apropos Zeit: Wir waren alle viel entspannter, weil wir eben keine Termine hatten, zu denen wir hetzen mussten. Kein Kita-Drop-off, keine Abholzeiten, die eingehalten werden mussten. Kein noch schnell in den Supermarkt, keine Play-Dates.

Klar hat das auch gefehlt. Aber ich kann nur sagen, dass mein Sohn abgesehen von den ersten Tagen keinen weiteren Wutanfall während der Quarantäne hatte. Viel mehr hat er mitgeholfen und viel Verständnis gezeigt. Es hat ihm sogar so gut gefallen, dass er nach der Quarantäne gar nicht mehr in die Kita wollte. Und auch wenn es zwischendurch anstrengend war und mein Mann und ich uns natürlich auch mal gestritten haben, hat diese Erfahrung einmal mehr gezeigt, dass wir sehr vieles schaffen können, wenn wir als Team gut funktionieren. Uns gegenseitig entlasten. Aufeinander Acht geben. Das hat uns noch einmal mehr zusammen geschweißt. Und jetzt? Planen wir für dieses Jahr erst einmal schöne Urlaube. Das haben wir uns verdient.

Laura von Mamiful

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Laura 15. Februar 2022 at 11:52

    Liebe Sigrid, vielen Dank für deine lieben Worte! Ich bin sehr glücklich, wenn ich anderen Familien damit helfen konnte und die ein oder andere Beschäftigungsidee dabei war. Viele liebe Grüße und vor allem Gesundheit, Laura

  • Reply Sigrid Anders 9. Februar 2022 at 12:28

    Liebe Laura, ich grüße euch ganz herzlich aus dem schönen Schwaan. Danke für das tolle Tagebuch, ich glaube, es macht ganz vielen Familien ganz viel Hoffnung 😊😎 ich freue mich, das es euch allen gut geht und ihr das Chaos gemeinsam gemeistert habt!! Ihr seid eine tolle Familie. Bleibt schön gesund, alles liebe für dich und deine Lieben 💫🥰😍

  • Leave a Reply