Mom der Woche

Claudia Weingärtner

1. Juni 2021
Claudia Weingaertner

Diese Woche ist Claudia Weingärtner unsere Mom der Woche. Claudia ist seit einem Jahr Chefredakteurin des Elternmagazins Leben & Erziehen. Zuvor arbeitete sie zwölf Jahre lang als Journalistin im Axel-Springer-Verlag, zuletzt als Chefreporterin bei BILD, und hat einen Schwangerschaftsratgeber geschrieben. Ihre Zwillinge Elli und Theo kamen im Juli 2014 zur Welt. Ihnen hat sie in den vergangenen Jahren immer mal wieder Briefe geschrieben und auf Zwillimuddi veröffentlicht – doch im Moment fehlt ihr dazu leider die Zeit. Kein Wunder, schließlich ist die 39-Jährige schwer beschäftigt. Im Interview verrät sie uns, wie sie den Spagat zwischen Homeoffice, Haushalt und Homeschooling meistert, welcher Satz bei ihr zu Hause jede Stresssituation entschärft und was ihr ultimativer Tipp für einen entspannten Kindergeburtstag ist.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir normalerweise aus?

„Typisch“ gibt es gerade aufgrund des anhaltenden Wechselmodells in der Schule meiner Kinder nicht wirklich – und „normalerweise“ ist so lange her, dass ich mich kaum erinnere… 😉 An Tagen, an denen Elli und Theo zu Hause lernen, verschwinden wir nach dem Frühstück alle an unsere Schreibtische. Wenn ich Meetings habe und somit quasi nicht „greifbar“ bin, schaffen die beiden es ganz gut, ihre Aufgaben eigenständig zu erledigen. Wenn nicht, haben sie gefühlt alle zweieinhalb Minuten eine Frage zu ihren Mathe-, Deutsch- oder Sachkunde-Aufgaben. Das ist anstrengend, kann man ihnen ja aber auch nicht übelnehmen, das ist in der ersten Klasse einfach so. An den Schultagen versuche ich, so viel Gas wie möglich zu geben, um in der raren ruhigen Zeit so viel wie möglich zu schaffen.

Claudia Weingärtner mit ihren Zwillingen Theo und Elli

Du bist Chefredakteurin des Familienmagazins Leben & Erziehen und Zwillingsmama. Wie organisierst du dich im Alltag?

Wir haben ein gutes Babysitter-Netzwerk, außerdem verlagere ich das, was ich gerade tagsüber nicht schaffe, in die Abendstunden. Sobald die beiden schlummern, beginnt quasi der zweite Teil meines Arbeitstages, das ist leider – wie ja bei so vielen berufstätigen Mamas – normal geworden und jetzt schon seit über einem Jahr so.

Was steht in diesem Moment ganz oben auf deiner To-Do-Liste?

Endlich die Fotobücher für die Kinder fertig basteln! In ihren ersten vier Lebensjahren war ich gut damit; aktuell hänge ich zwei Jahre hinterher.

Claudia mit ihrer Tochter Elli…

Welche Herausforderung hast du zuletzt gemeistert?

Den Spagat zwischen Homeoffice, Haushalt und Homeschooling überlebt.

Wann hast du zuletzt etwas Neues gemacht oder gelernt?  

Ich weiß, es gibt sie wie Sand am Meer: Aber wir haben jetzt auch einen Podcast, den ich moderieren darf. Dabei habe ich ziemlich viel gelernt – und gebe dieses Wissen weiter, denn in jeder Episode stelle ich 22 Fragen in 22 Minuten zu einem bestimmen Thema, an dem vor allem frisch gebackene Eltern im Grunde kaum vorbeikommen. Komprimiertes Mama-Wissen sozusagen.

Und privat: Wir haben im zweiten Lockdown angefangen, zu Hause zu musizieren – und das liebe ich sehr! Ich habe meinem Liebsten zum Geburtstag eine Gitarre geschenkt und auch meine alte wieder rausgekramt. Manchmal trinken wir Rotwein und singen bis tief in die Nacht, das macht mir sehr gute Laune.

… und mit Sohn Theo

Was würdest du gerne besser können?

Gitarre spielen. Ich habe so meine fünf Standard-Akkorde und scheue mich vor allen Liedern, in denen Griffe vorkommen, die ich nicht kenne. Ich müsste mich damit mal abseits unserer Rotwein-Abende beschäftigen und einfach regelmäßig ein bisschen üben, aber dazu fehlt gerade schlicht die Zeit.

Welchen SOS-Tipp hast du für Mamis in einer Stresssituation?

Bei uns zu Hause fällt sehr oft der Satz: „Eine Minute kuscheln geht immer!“ Wir haben darüber vor Ewigkeiten mal gesprochen, dass für Schmuse-Einheiten einfach IMMER ein Moment Zeit sein muss – egal, wie trubelig es gerade ist. Manchmal passt es gerade vorne und hinten nicht; aber sobald Elli oder Theo diesen Satz sagen, lasse ich fast immer für einen kurzen Moment alles stehen und liegen. Denn eine Minute kuscheln geht tatsächlich immer – und eine kleine Ladung Oxytocin kann echt Wunder wirken. Gerade in Stresssituationen, in denen irgendwie alles zu viel zu sein scheint.

Was macht dich zu einer guten Freundin?

Oh, diese Frage würde ich gern an meine Freundinnen weitergeben… Vermutlich das, was auch sie zu guten Freundinnen macht: dass ich da bin, wenn es drauf ankommt. Und dass sie mir zu 100 Prozent vertrauen können.

Wie kannst du am Besten abschalten?

Beim Joggen im Wald.

Was ist der Duft deiner Kindheit?

Das Parfum meiner Oma Elfi, mit der wir zusammen in einem Haus lebten. Im Flur stand eine Kommode, in der sie ihre Seidentücher aufbewahrte, die alle so herrlich nach ihr rochen. Nach ihrem Tod habe ich ein paar dieser Tücher bekommen, aber der Geruch verschwand natürlich mit der Zeit. Wenn ich heute an Frauen vorbeigehe, die diesen Duft tragen, bin ich sofort wieder in den 80ern und in meinem Elternhaus.

Welches Buch liegt zurzeit auf deinem Nachttisch? 

Die Schule der magischen Tiere, Teil 3. Daraus lese ich Elli und Theo jeden Abend vor.

Wofür bist du deinen Kindern dankbar?

Dass es sie gibt. Dass sie die weltcoolsten Zwillis sind, die mein Leben jeden Tag bereichern.

Welche Geschichte aus Leben & Erziehen hat dich in der letzten Zeit am meisten beeindruckt?

Ein Porträt über eine zweifache Mama, die raus wollte aus ihrer 2-Zimmer-Wohnung, in Aktien investiert hat – und jetzt auf dem besten Weg ist, Millionärin zu werden. Die Geschichte von meiner Kollegin Antonia ist im aktuellen Juni-Heft zu lesen.

Einer deiner Lieblingsplätze, den andere Mamis unbedingt sehen sollten?

Das „Marmelädchen“ in Berlin. Ein wunderschöner Garten im Norden der Hauptstadt, in dem Kräuterhexe Annegret Kindergeburtstage mit Traumzauberbaum, Schatzsuche, Brot backen ausrichtet. Entspannter als bei ihr haben wir nie Geburtstag gefeiert.

Wohin möchtest du als nächstes reisen, sobald es wieder geht? Und wohin mal ganz allein?

An meinen Herzensort, den Lago Maggiore. Ganz alleine: irgendwas mit Sauna und schöner Aussicht.

Wo siehst du dich nächstes Jahr um diese Zeit?

Auf einer fetten Party zu meinem 40. Geburtstag, mit all den Freunden, die ich pandemiebedingt jetzt schon viel zu lange nicht gesehen habe.

Liebe Claudia, wir danken dir fürs Gespräch und dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten!

Fotos: Michaela Thewes / privat

Du willst unsere „Mom der Woche“ werden? Dann melde dich einfach bei uns unter info(at)mamiful.de

Wir freuen uns auf dich und deine Geschichte.

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